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Für Erich zum 15. Dezember 2020

Robert Kudielka und Gisela von Bruchhausen


Datum:
8. Dezember 2020

»Ein Fest zu Erich Hausers 90. Geburtstag? Das wäre auch ohne Covid 19 ein heikles Unterfangen. Denn der Jubilar war in seinen besten Tagen ein einzigartiger, an Großzügigkeit kaum zu überbietender Gastgeber, umgekehrt jedoch ein eher schwieriger Gast, der Kleinlichkeiten, wo gespart oder gar gegeizt wurde, peinlich registrierte. Die Feste zum 50. und 60. Geburtstag auf der Saline waren grandiose, unvergessliche Veranstaltungen, die Maßstäbe setzten: viel Volk, schier unerschöpfliche Ressourcen von Speis und Trank und beste, kunstgemäße Unterhaltung. Wie dem entsprechen, wenn neuerdings nur noch 5 Personen in seinem Namen zusammenkommen dürften? Und dazuhin, sicherheitshalber, womöglich mit einem Atem- bzw. Mund-und-Nasenschutz, den eine „Maske“ zu nennen sich in Rottweil fast verbietet. Von der materiellen Überforderung der Stiftung ganz zu schweigen. Aber Erich war nicht nur ein Genie der Verausgabung, sondern auch ein Meister der Beschränkung. Wer die Hausers einmal im normalen Alltag überraschte, war erstaunt, wie frugal es trotz der immer hochgerüsteten Küche in diesem Haushalt zuweilen zuging. Sich bescheiden zu können, die Kraft, klaglos an sich zu halten, um sich für bessere Tage zu sammeln, war die Kehrseite dieser kämpferischen Künstlerintelligenz. Maßhalten war Erichs heimliche Stärke. In den 1990er Jahren hatte er sich ein Gewehr gekauft, um seine kostbaren italienischen Perlhühner im Gehege über dem Neckargraben besser schützen zu können. Als er dann aber einen Fuchs bei hellichtem Tage überraschte und dieser, wie Füchse das gerne tun, sich im Wegtrollen umwandte und ihm geradewegs ins Gesicht sah, ließ er die Flinte sinken und wartete ab, bis sich der ertappte Räuber vom Hof gemacht hatte. Wir sollten es dem verhinderten Jäger nachtun und uns damit trösten, dass Unheil, dem man entschlossen entgegentritt, auch wieder verschwindet. Die schlanke 100 würde unserem Stifter wahrscheinlich ohnehin besser gefallen als die 90 mit dem vollen Designerbauch.

In alter Freundschaft«

– Robert Kudielka und Gisela von Bruchhausen

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