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Zum 90igen Geburtstag

Axel und Heidrun Zwach


Datum:
27. November 2020
Axel und Heidrun Zwach, 1990; Foto: Privat

»Anfangs der 70iger Jahre waren wir von einem Schul- und Unternehmerfreund von Erich Hauser zu einem Werkstattbesuch nach Rottweil eingeladen. Da zu dieser Zeit, Rottweil mit dem neu gegründeten Forum Kunst in aller Munde war, in vielen umliegenden Städte unserer Heimat bestand eine „Kulturwüste“, bildende Kunst konnte man in Basel, Baden-Baden oder Stuttgart erleben, folgten wir der Einladung. Es war ein überwältigendes Erlebnis, da wir die außergewöhnliche Gastfreundschaft des Hauses Hauser erleben konnten, Werke von Erich Hauser in der Entstehung und im Skulpturenpark sahen, ebenso gesammelte Arbeiten seiner Künstlerkollegen. Sofort unterschrieben wir den Mitgliedervertrag für das Forum Kunst und somit entging uns kaum eine dortige Eröffnung. Nach den Vernissagen traf man sich zu nachhaltigen Gesprächen meist im Sternen, damals ein einfaches Lokal, wo man ein Glas Wein und den „Scheiterhaufen“ konsumierte, Riegel von Emmentaler zu einem Haufen aufeinander geschichtet. Am Schluss blieben meist die gleichen Personen, meist bis das Lokal schließen wollte, aber die Gespräche noch in vollem Gange waren worauf Erich Hauser auf die Saline einlud. Dort gab es einen Gastraum im Keller, nicht zu groß, man saß eng zusammen, gleich nebenan der Kühlraum mit vorzüglichen Weinen und einem frisch gezapften Fass Bier. Oft endeten diese Sitzungen im Morgengrauen. Für uns entstand eine vertraute und lang anhaltende Freundschaft. Somit waren wir auch zu Gretels und Erichs Geburtstage eingeladen, ohne das Ritual richtig zu kennen. Offizielle Einladungen gab es nur zu „runden“ Geburtstage von dem Ehepaar, welche in bleibender Erinnerungen sind, wie eine Uraufführung von Heimo Erbse mit einem Teilorchester der Berliner Philharmoniker. Dazu waren so viele Gäste geladen, dass man das vorhandene Hallenbad im „Schwarzen Haus“ mit einem Holzboden abdeckte , um alle Gäste unterbringen zu können. Für das leibliche Wohl war immer großzügig gesorgt. Nun aber zu dem Ritual. Zu Erichs Geburtstag war man nicht eingeladen, man sollte , aber um es genau zu formulieren, man musste anwesend sein. Somit war bei uns der 15. Dezember im Terminkalender festgeschrieben. Eine Dame brachte immer die frisch gebackenen Weihnachtsbrötchen, die natürlich sofort gekostet werden mussten. Unvergesslich, den von Erich selbst reichlich zubereiteten Gaisburger Marsch, auf dem Herd warm gehalten, um auch späteren Ankömmlingen eine Stärkung anbieten zu können. Auch hier bewunderten wir immer die großzügige Gastfreundschaft des Hauses und Erich empfahl uns, wenn wir Geschirr kaufen, sollte es reichlich und stapelbar sein, ansonsten wäre Gastfreundschaft ein Problem. Als dann später die Pyramide geplant und gebaut wurde, wunderten wir uns über einen runden Tisch mit acht Sitzplätzen. Auf unsere Frage, warum so reduziert, antwortete Erich: „Wenn am Lebensabend acht richtige Freunde um einen Tisch sitzen, hat man nichts falsch gemacht.“ Dies ist einer von vielen Sätzen, die man nicht vergisst. Am 15. Dezember werden wir wie immer gedanklich Erichs Geburtstag feiern.«

– Axel und Heidrun Zwach

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