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Der Stifter Erich Hauser

Erich und Gretel Hauser (ca. 1975) © Kunststiftung Erich Hauser

Im Jahr 2020 wäre der Bildhauer Erich Hauser 90 Jahre alt geworden. Aus einfachen Verhältnissen auf der Schwäbischen Alb kommend, hat er sich nach einer Lehre als Stahlgraveur die nötigen Kenntnisse und Fertigkeiten als Bildhauer weitgehend autodidaktisch angeeignet. Der Durchbruch zur öffentlichen Anerkennung gelang ihm in den sechziger Jahren, als er mit geometrisch-abstrakten Skulpturen, die von einem rauen, expressiven Duktus einer „enthusiastischen Produktion“ (Heinz Fuchs) gekennzeichnet waren, rasch zum führenden deutschen Stahlbildhauer seiner Generation aufstieg. 1963 mit dem Kunstpreis Junger Westen ausgezeichnet, nahm er an der documenta 3 und 4 teil und erlangte 1969 mit der Verleihung des Großen Preises der Biennale von Sao Paulo höchste internationale Anerkennung.

Im folgenden Jahr wurde er in die Berliner Akademie der Künste gewählt, der er als aktives Mitglied bis an die Schwelle seines letzten Lebensjahrzehnts verbunden blieb. Mit seinen mittlerweile zu raumgreifenden, silbern glänzenden Säulenformationen gereiften Arbeiten avancierte er in den 1970er-Jahren zu einem der erfolgreichsten Bildhauer im öffentlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland. Daneben tat er sich als Förderer junger Künstlerinnen und Künstler sowie Kunstvermittler hervor, war Mitbegründer des Forum Kunst Rottweil, organisierte vielbeachtete Kunstprojekte im öffentlichen Raum in Rottweil und machte sein Anwesen in Rottweil zu einem weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Ort des lebendigen Zusammentreffens von Kunst und Leben, Architektur und Natur.

In den achtziger Jahren galt sein Interesse zunehmend dem Ausbau seines Anwesens zu einem eindrucksvollen Skulpturenpark, den er 1996 zusammen mit seiner Kunstsammlung in eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung der Künste überführte. Der Bildhauer Erich Hauser ist am 28. März 2004 im Alter von 73 Jahren auf seinem Anwesen in Rottweil am Neckar gestorben.